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Out of Position
Ein sehr interessantes Thema beim Airbag ist das Problem, dass
Fahrzeug Insassen sich nicht in der optimalen Position bei einem Crash
befinden. So sind die Fahrzeughersteller stark daran interessiert, das
System so einzustellen, dass ein optimaler Schutz des Insassen in den
meisten Fällen über geregelte Systeme gewährleistet
ist.
Grundsätzlich gilt immer, dass für die optimale Position
ein richtig eingestellter Sitz bei leicht angewinkelten Armen
Vorraussetzung ist. Selbstverständlich sollte man sich im Sitz
auch vollständig nach hinten setzen und generell anschnallen. In
einigen Fällen ist natürlich niemandem mehr zu helfen, wenn
z.B. der Beifahrer die Füße auf die Instrumententafel legt
oder auf die Airbag-Abdeckung seinen Magnet-Christopherus Glücksbringer
anheftet (ist ja so schön viel Metall drunter). Hier dürfte
jeder Unfall der letzte gewesen sein.
In der Entwicklung von Airbag Systemen müssen viele Fälle
abgetestet werden, so z.B. die sehr kleine Frau (5% Frau), die
aufgrund ihrer Größe den Sitz weit vorgerückt hat, der
200 kg Mann oder der nicht angeschnallte US-Bürger (natürlich
auch die Kombinationen). Alle möglichen Crash-Situationen können
niemals über Versuche allein abgetestet werden. Aus diesem Grund
kommt der numerischen Simulation immer größere Bedeutung
zu, was nicht zuletzt an der kontinuierlichen Weiterentwicklung der
Modellierungsverfahren und der zur Verfügung stehenden
Computerhardware liegt.
Die Simulation der mechanischen Fahrzeugstruktur im Crashfall ist
bereits in der Fahrzeugentwicklung nicht mehr wegzudenken, genauso
wenig wie numerische Untersuchungen bei der Auslegung von Rückhaltesystemen
(also Airbags, Gutstraffer usw.). In der Airbag Simulation steckt
jedoch noch einiges an Potential und zu diesem Thema finden sich
bereits einige Veröffentlichungen im Netz, so unter anderem
mehrere Arbeiten zur Airbag Entfaltungs-Kinematik:
- Rieger, Doris, "A Benchmark Study of the Gas Flow Module",
9th International Madymo User Conference, Como, Italy, October 2002.
- Rieger, Doris, "Capability of Simplified Folded Airbag
Models in Gasflow Simulations", 9th European Madymo User
Conference, Brussels, Belgium, October 2003.
- Rieger, Doris, "Consideration
of Shock Waves in Airbag Deployment Simulations", 10th
International Madymo User Conference, Amsterdam (NL), October 2004.
- B. Beesten (VW), A. Hirth (DaimlerChrysler), R. Reilink (VW), R.
Remensperger (Porsche), D. Rieger (BMW), G. Seer (Audi), "OOP-Simulation
- A Tool to Design Airbags", 7th International Symposium and
Exhibition on Sophisticated Car Occupant Safety Systems, Airbag2004,
Karlsruhe (D), December 2004.
- Rieger, Doris,
"Numerische
Modellierung des Aufblasvorgangs eines Airbags und der
thermo-chemischen Prozesse im Gasgenerator" Dissertation,
Technische Universität München, Fakultät für
Maschinenwesen, Januar 2006.
Weitere Veröffentlichungen:
| Autor |
Titel |
Ort |
Datum |
| Torsten Gärtner / Cem Sakaryali |
"Aufreißsimulationen mit
komplex gefalteten Airbags" |
Internationale FEM-Technologietage
Friedrichshafen |
Sept. 2000 |
| Yiqin Mao |
"Auswirkungen unterschiedlicher
Gewebefaltungen
auf das Gefährdungspotential von Airbags" |
TU-Berlin |
Dez. 2000 |
| Jörg Hoffmann, Michael Freisinger, Roland
Schmehl, Mervyn Lewis |
CFD
Analyses of the flow from an airbag inflator module |
International Pyrotechnic Automotive Safety
Symposium - IPASS 2007 * |
2007 |
André Christ,
Dr. Jörg Büttner |
Detailed
Passenger Airbag Modelling for Early Stage Events |
11 . LS - DYNA Forum, Ulm, 2012 |
2012 |
* Gerne beschaffe ich Ihnen weitere Literatur zum IPASS und
Airbag 2000 Symposium. Schicken Sie mir einfach eine Email.
laufende Projekte:
Die TU-München arbeitet zur Zeit (Start 2006) mit Audi an dem
Projekt "Thermochemische Modellierung der Vorgänge in
pyrotechnischen Airbag-Gasgeneratoren unter Berücksichtigung
komplexer, geometrischer Randbedingungen"
Schöne Videos über Airbag- und Crash-Simulationen finden
sich auf der Homepage von
TNO
Automotive (gerechnet mit der MADYMO Simulationssoftware).
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Unter den Umfrageergebnissen von Autofahrern und
potentiellen Auto-Käufern ist regelmäßig die
Sicherheit von Kraftfahrzeugen unter den ersten drei genannten
Punkten zufinden. Das Buch beschreibt, wie Überlebensraum
geschaffen wird durch steife Fahrgastzellen, kompatible,
energieabsorbierende Deformationsstrukturen, entschärfte
Lenkeinrichtung, gepolsterte Armaturentafel, Sicherheitsgurt und
diverse Airbag-Systeme. Der Autor beschreibt auch Dummy-Modelle
zur Simulation, Fahrer- und Beifahrer-Airbag für den
Frontalcrash und Seiten-Airbag zum Schutz des Insassen bei
Seitenkollisionen.
"Passive Sicherheit von Kraftfahrzeugen"
von Florian Kramer für 62 Euro versandkostenfrei bei
Amazon
zu beziehen. Dieses Buch sollte jeder, der sich mit der Thematik näher
beschäftigt, einmal gelesen haben. |
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